2026-08Studienarbeit
Untersuchung möglicher Veränderungen der Erkrankungsstadien bei Diagnosestellung von Darmkrebs durch die COVID-19 Pandemie
Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren e. V. (ADT)
Bereits im Jahr 2023 führten die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren (ADT) und das Wissenschaftliche Institut der Ortskrankenkassen (WIdO) ein erstes Projekt durch, das den Einfluss der COVID-19-Pandemie auf die Inzidenz und Schweregrade von Darmkrebs, Brustkrebs, Prostatakrebs und Malignen Melanomen anhand von Krebsregisterdaten untersuchte. Die Ergebnisse zeigten erste Hinweise darauf, dass die Pandemie Auswirkungen auf die onkologische Versorgung hatte, insbesondere in Form eines Rückgangs der Inzidenz. Zudem wurde für die Entität Darm eine mögliche Verschiebung der Tumorstadien beobachtet. [1,2]
Die Aussagekraft dieser Analyse war jedoch eingeschränkt, da ausschließlich Daten aus dem Jahr 2020 zur Verfügung standen. Darüber hinaus konnten potenzielle Effekte unberücksichtigt bleiben, da medizinische Informationen zum Teil noch nicht vollständig in den Krebsregistern erfasst oder übermittelt waren.
Neben dem gemeinsamen Projekt konnte auf Basis der ZfKD-Datenbankabfrage eine Senkung der Inzidenzrate während der Corona-Pandemie, vor allem für Darmkrebserkrankungen, festgestellt werden [vgl. Abbildung in Anlage 3]. Das WidO konnte in Krankenkassendaten ebenfalls beobachten, dass während der Corona-Pandemie die Zahl der Vorsorgeuntersuchungen zurückgegangen ist. [3]
Vor diesem Hintergrund soll eine erneute Untersuchung für Darmkrebserkrankungen erfolgen, die vollständigere Daten zur COVID-19-Pandemie sowie Post-COVID-Informationen mit einbezieht und die Frage beantwortet, ob eine Veränderung in den Erkrankungsstadien zum Zeitpunkt der Diagnosestellung während der Corona-Pandemie stattfand, bspw. durch eine verringerte Wahrnehmung von Vorsorgeuntersuchungen.
Das primäre Ziel der Datenanalyse ist es, zu untersuchen, ob es im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie zu einer Veränderung der Fallzahlen sowie zu einer Verschiebung der Krankheitsstadien bei Diagnosestellung gekommen ist.
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