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Band einer Schriftenreihe

Autor(en): Silke Buda; Karla Köpke; Monika Luchtenberg; Ute Preuß; Brunhilde Schweiger; Marianne Wedde; Susanne Duwe; Udo Buchholz; Matthias an der Heiden; Walter Haas
Titel: Bericht zur Epidemiologie der Influenza in Deutschland Saison 2010/11
Erscheinungsjahr:
Erschienen in: Influenza-Berichterstattung  0
(AGI)
Volltext: pdf (urn:nbn:de:0257-10015705)
Fachgebiet(e): Medizin
Schlagwörter (ger): Epidemiologie, Arbeitsgemeinschaft Influenza, Influenzasaison, AGI, Abschlussbericht 2010/11 der Influenza
Herausgeber: Robert Koch-Institut
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Abstract (ger):
Die Ergebnisse der Influenza-Überwachung des RKI in der Saison 2010/11 basieren auf den Daten des Sentinelsystems der Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) zum Auftreten akuter Atemwegserkrankungen in primärversorgenden Praxen. Die Ergebnisse beruhen auch auf virologischen Untersuchungen von Proben von Patienten mit Influenza- typischen Symptomen. In dieser Saison trug die Kooperation mit den Landeslaboren in Bayern, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und erstmals auch in Baden- Württemberg zu einer Verstärkung der virologischen Surveillance in diesen Bundesländern bei. Zusätzlich wurden Ergebnisse des Sentinels zur elektronischen Erfassung von Diagnosecodes akuter respiratorischer Erkrankungen (SEEDARE) in die Analysen mit einbezogen. Eingeschlossen sind auch die nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) von den deutschen Gesundheitsämtern erhobenen Meldedaten zu Influenza-Erkrankungen aus dem gesamten Bundesgebiet. Weiterhin wurden Ergebnisse aus Pilotprojekten und Studien des RKI im Rahmen der Influenza-Überwachung berücksichtigt.

Schon zu Beginn der Saison 2010/11 wurden im Sentinel der AGI und gemäß IfSG vereinzelte Influenza-Erkrankungen registriert, in der 50. Kalenderwoche (KW) 2010 stieg der Anteil der Nachweise in den eingesandten Sentinelproben (Positivenrate) deutlich an. Deutschlandweit stiegen die Werte für den Praxisindex und damit die Aktivität akuter Atemwegserkrankungen in der 49. KW über die Grenze des Hintergrundbereichs. Ihren Höhepunkt erreichte die Grippewelle in der 5. und 6. KW 2011, ab der 12. KW lagen die Werte für den Praxisindex wieder im Hintergrundbereich, während die Positivenrate noch bei über 30 % lag. Die Aktivität akuter respiratorischer Erkrankungen (ARE) zeigte insbesondere in den Wochen um den Höhepunkt der Grippewelle eine geografisch unterschiedlich ausgeprägte Verteilung mit regional deutlich erhöhten und zum Teil auch stark erhöhten Werten. Eine aus früheren Saisons bekannte großflächige starke Erhöhung der ARE-Aktivität zum Höhepunkt der Grippewelle in Deutschland war in dieser Saison nicht zu beobachten. Als Zeitraum für die Schätzung Influenza-bedingter Arztbesuche (Exzess-Konsultationen) wurde die 50. KW 2010 bis 14. KW 2011 festgelegt. Die Anzahl der während der Influenzawelle geschätzten Exzess-Konsultationen betrug 2,1 Millionen (95 % Konfidenzintervall 1,6– 2,6 Millionen).

Influenza-assoziierte Arbeitsunfähigkeiten (bzw. Pflegebedürftigkeit oder die Notwendigkeit der Bettruhe bei Patienten, die keine Krankschreibung benötigen) wurden auf 1,2 Millionen (95 % Konfidenzintervall 900.000–1,4 Millionen) geschätzt. Die geschätzte Anzahl der grippebedingten zusätzlichen Krankenhauseinweisungen betrug 4.700 (95 % Konfidenzintervall 2.800– 6.600). Die parallel auf Datengrundlage des SEEDARE-Sentinels durchgeführten Schätzungen ergaben für die Exzess-Hospitalisierungen höhere Werte, da Krankenhauseinweisungen vollständiger erfasst wurden. Die Stärke der Grippewelle ist im Vergleich mit früheren Saisons als moderat einzustufen.

Im Nationalen Referenzzentrum für Influenza (NRZ) wurden Influenza A(H1N1) 2009-Viren kontinuierlich von der 50. KW 2010 bis zum April 2011 nachgewiesen, das Virus dominierte die Saison mit einem Anteil von 62 %. Der Anteil Influenza B-positiver Proben stieg im Verlauf der Grippewelle an und erreichte insgesamt 37 %, Influenza A(H3N2)-Viren machten nur knapp ein Prozent aller identifizierten Viren im Sentinel aus. Die charakterisierten Influenzaviren waren den im Impfstoff für die Saison 2010/11 enthaltenen Komponenten sehr ähnlich, so dass eine gute Übereinstimmung vorlag. Eine Resistenz gegen das antivirale Arzneimittel Oseltamivir wurde bei 2 % der insgesamt im NRZ daraufhin untersuchten Influenzaviren nachgewiesen.

Erstmals in dieser Saison wurden alle eingesandten Sentinelproben auch auf Respiratorische Synzytial-Viren untersucht

Für die Saison 2011/12 empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine unveränderte Zusammensetzung der Komponenten des Impfstoffs gegen Influenza in der Nördlichen Hemisphäre:

▶Influenza A(H1N1)-Komponente: ein A/California/ 7/2009 (H1N1)-ähnliches Virus;
▶Influenza A(H3N2)-Komponente: ein A/ Perth/16/2009 (H3N2)-ähnliches Virus;
▶Influenza B-Komponente: ein B/Brisbane/60 /2008-ähnliches Virus aus der Victoria-Linie
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Generiert am 27.05.2017, 21:23:31