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Bachelorarbeit

Autor(en): Janita Rietscher
Titel: Untersuchungen zur genetischen und serologischen Prävalenz eines neuen humanen Polyomavirus
Gutachter: Astrid Speer; Stefanie Endesfelder
Betreuer: Bernhard Ehlers
Hochschule: Beuth Hochschule für Technik Berlin - University of Applied Sciences -
Erscheinungsdatum: 01.03.2012
Volltext: pdf (urn:nbn:de:0257-10028933)
Fachgebiet(e): Medizin
Schlagwörter (ger): humanes Polyomavirus
Schlagwörter (eng): human polyomavirus
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Abstract (ger):
Polyomaviren sind weltweit verbreitet und wurden bei einer Vielzahl von Tierarten sowie beim Men-schen nachgewiesen. Durch Anwendung der PCR und anderer Nukleinsäure-basierter Nachweisverfah-ren wurden bis heute neun humane Polyomaviren identifiziert. Diese Entdeckung neuer humaner Polyomaviren, insbesondere in den letzten Jahren, wirft die Frage nach den Auswirkungen von Polyomavirus-Infektionen beim Menschen auf.
Im Februar 2011 wurde am Robert-Koch-Institut in der Arbeitsgruppe von Dr. Bernhard Ehlers ein neu-es humanes Polyomavirus entdeckt, welches die vorläufige, bisher unpublizierte Bezeichnung „Huma-nes Polyomavirus 10 (HPyV10)“ erhielt. Das gesamte Genom des Virus wurde bereits vollständig sequenziert und der VP1-kodierende Leserahmen identifiziert. Derzeit liegen noch keine Informationen über ein pathogenes Potential dieses Virus vor.
Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wurde die Seroepidemiologie des HPyV10 untersucht. Hierzu wur-den Seren von gesunden erwachsenen Blutspendern und Kindern auf das Vorhandensein von spezifi-schen IgG mit Reaktivität gegen HPyV10 getestet. Positive Befunde wurden als Hinweis auf eine durchgemachte oder bestehende Infektion gewertet. Desweiteren wurden DNA-Extrakte aus humanen Organen auf die Präsenz von Nukleinsäuren des HPyV10 untersucht.
Zur Untersuchung der Seroepidemiologie des HPyV10 wurde ein Kapsomer-basierter ELISA entwi-ckelt, welcher gegen das VP1-Kapsidprotein des HPyV10 gerichtete IgG im Humanserum detektiert. Als Positiv- bzw. Negativkontrolle im ELISA wurden das VP1-Protein des humanen BK-Polyomavirus (BKPyV) und des aviären Budgerigar Fledgling Disease Virus (BFDPyV) mitgeführt. Die Häufigkeit der Seroreaktivität gegen HPyV10-VP1 bei gesunden Blutspendern (n=297) ergab eine Prävalenz von 23,6%. Die höchste Seroprävalenz mit 33% sowie die höchste Seroreaktivität gegen HPyV10 mit OD450=0,4 (durchschnittliche Seroreaktivität: OD450=0,21) wurden in der Altersklasse der 51 bis 60-Jährigen nachgewiesen. In 17,2% der untersuchten Kinderseren (n=99) wurden ebenfalls IgG mit Spezi-fität gegen HPyV10 detektiert. Diese Ergebnisse zeigen einerseits, dass die Infektion mit HPyV10 schon im Kindesalter erfolgt und andererseits, dass auch gesunde Erwachsene infiziert sind – ähnlich wie bei den bereits bekannten humanen Polyomaviren.
Eine Geschlechtspräferenz für HPyV10-Infektionen konnte nicht festgestellt werden.
Für den Nachweis von Genomkopien des HPyV10 wurde eine spezifische RT-PCR entwickelt, welche die Amplifikation von 139 bp-großen Produkten des Virus und deren Quantifizierung bis zu einer Kopienzahl von n=5 ermöglicht.
Nach Optimierung der Parameter, welche Einfluss auf die Signalintensität nehmen, wurde eine Primerkonzentration von 400 nM, eine Sondenkonzentration von 150 nM, eine MgCl2-Konzentration von 6 mM und einer Annealingtemperatur von 59°C für die Amplifikation der HPyV10-DNA verwendet.
Im Anschluss wurden mit dieser RT-PCR Leber- (n=80), Lymphknoten- (n=19) und Milzproben (n=11) von Organtransplantierten und Tumorpatienten getestet. Fünf der Leberproben waren bereits durch die frühere Anwendung konventioneller PCR-Techniken als HPyV10-positiv charakterisiert worden. Mit der hochsensitiven RT-PCR konnten in diesen fünf Proben sowie in acht zusätzlichen Leberproben zwi-schen bis zu 133 Genomkopien des HPyV10 detektiert werden.
In den Lymphknoten- und Milzproben war der Nachweis negativ.
In den vorliegenden Untersuchungen wurde gefunden, dass gesunde Blutspender eine Seroreaktivität gegen HPyV10 besitzen. Gegenstand weiterer Forschung könnte nun sein, Seren immungeschwächter Personen auf die Häufigkeit und Stärke spezifischer serologischer Reaktionen gegen HPyV10 zu unter-suchen und damit Hinweise auf eine mögliche Pathogenität des Virus zu erhalten. Außerdem könnten zukünftig weitere ausgewählte Patientengruppen mit Hilfe der RT-PCR auf Präsenz des HPyV10 getes-tet werden, um Hinweise auf einen möglichen Krankheitswert zu erhalten. Falls dem HPyV10 pathoge-ne Eigenschaften zugeordnet werden können, wird die weitere Charakterisierung des HPyV10 ein Mei-lenstein auf dem Weg zur Entwicklung einer gezielten Infektionsprophylaxe und Therapie sein.
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Generiert am 21.08.2017, 19:33:35