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Veröffentlichter Artikel oder Aufsatz

Publikationsart: Veröffentlichter Artikel oder Aufsatz
Autor(en): Roland Grunow; Luzie Verbeek; Daniela Jacob; Thomas Holzmann; Gabriele Birkenfeld; Daniel Wiens; Leonie von Eichel-Streiber; Gregor Grass; Udo Reischl
Titel: Injektionsmilzbrand – neu aufgetretene Fälle bei Heroinabhängigen – Injection Anthrax—a New Outbreak in Heroin Users
Erschienen in: Deutsches Ärzteblatt 109 (49) , 2012
S. 843-848
Verlag: Ärzteverlag
Verlags-URL: http://www.aerzteblatt.de/archiv/literatur/133156
DOI: 10.3238/arztebl.2012.0843
Veröffentlichung auf edoc: 27.03.2013
Status: published
Volltext: pdf (urn:nbn:de:0257-10029767)
Schlagwörter (ger): Drogenmissbrauch, Infektionsrisiko, Injektion, Milzbrand, Zoonose
Vorhaben/Arbeitsgruppe: Robert Koch-Institut, Biologische Sicherheit
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Abstract (ger):
Hintergrund: Injektionsmilzbrand ist eine seltene Erkrankung bei Heroinkonsumierenden und wird durch Bacillus anthracis verursacht. Im Jahr 2012 sind vier Fälle in Deutschland aufgetreten, wovon ein Fall tödlich verlief, sowie vereinzelt Fälle in verschiedenen Ländern Europas wie Dänemark, Frankreich und Großbritannien. Bereits 2009/2010 gab es drei mit Drogen assoziierte Injektionsmilzbrandfälle in Deutschland. Der Fokus des damaligen Ausbruchs lag mit 119 Erkrankten in Schottland.
Falldarstellung und Verlauf: Es werden drei Fälle von Injektionsmilzbrand vorgestellt, wovon zwei Patienten in Regensburg und einer in Berlin behandelt wurden. Ein Patient starb am Tag der Aufnahme infolge eines Multiorganversagens. Die anderen Patienten erhielten Antibiotika, und es wurde ein chirurgisches Wunddebridement durchgeführt. Die Labordiagnose beruhte auf dem Erregernachweis vorwiegend mittels kultureller Anzucht und/oder Polymerasekettenreaktion direkt aus der Patientenprobe und wurde durch einen spezifischen Antikörpernachweis unterstützt.
Schlussfolgerung: Injektionsmilzbrand kann als eigene oder als Sonderform des Hautmilzbrands mit massiver Ödembildung sowie häufig nekrotisierender Fasciitis und einer Letalität von circa 30 % betrachtet werden. Die Erkrankung ist in den letzten Jahren in verschiedenen Ländern Europas unter Heroinkonsumierenden aufgetreten. Bei entsprechendem klinischen Bild verbunden mit Heroinkonsum muss frühzeitig eine Anthrax-Infektion in Betracht gezogen und labordiagnostisch untersucht werden. Eine frühe adäquate Therapie dieser schweren Erkrankung kann lebensrettend sein, daher sollten die Ärzteschaft und die Risikogruppe hierüber unterrichtet sein.
Abstract (eng):
Background: Injection anthrax is a rare disease that affects heroin users and is caused by Bacillus anthracis. In 2012, there were four cases in Germany, one of which was fatal, as well as a small number of cases in other European countries, including Denmark, France, and the United Kingdom. Three cases among drug users occurred in Germany in 2009/2010, in the setting of a larger outbreak centered on Scotland, where there were 119 cases.
Case presentation and clinical course: We present three cases of injection anthrax, two of which were treated in Regensburg and one in Berlin. One patient died of multi-organ-system failure on the day of admission to the hospital. The others were treated with antibiotics, one of them also with surgical wound debridement. The laboratory diagnosis of injection anthrax is based on the demonstration of the pathogen, generally by culture and/or by polymerase chain reaction, in material removed directly from the patient’s wound. The diagnosis is additionally supported by the detection of specific antibodies.
Conclusion: Injection anthrax may be viewed either as an independent disease entity or as a special type of cutaneous anthrax with massive edema, necrotizing fasciitis in many cases, and about 30% mortality. It has appeared in recent years among heroin users in various European countries. In patients with suggestive clinical presentation and a history of heroin use, anthrax infection must be suspected early, so that the appropriate diagnostic tests can be performed without delay. Timely treatment can be life-saving. It is therefore important that physicians—and the individuals at risk—should be well-informed about this disease.
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Generiert am 24.08.2017, 03:15:04