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Band einer Schriftenreihe

Autor(en): Silke Buda; Karla Köpke; Kerstin Prahm; Brunhilde Schweiger; Marianne Wedde; Susanne Duwe; Udo Buchholz; Matthias an der Heiden; Walter Haas
Titel: Bericht zur Epidemiologie der Influenza in Deutschland Saison 2012/13
Erscheinungsdatum: 23.09.2013
Erschienen in: Influenza-Berichterstattung  0
(AGI)
Volltext: pdf (urn:nbn:de:0257-10033154)
Fachgebiet(e): Medizin
Schlagwörter (ger): Epidemiologie, Arbeitsgemeinschaft Influenza, Influenzasaison, AGI, Abschlussbericht 2012/13
Herausgeber: Robert Koch-Institut
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Abstract (ger):
Die Ergebnisse der Influenza-Überwachung des RKI in der Saison 2012/13 basieren hauptsächlich auf den Daten des Sentinelsystems der Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) mit seiner syndromischen und virologischen Surveillance. Die virologischen Daten werden ergänzt durch Ergebnisse von sechs mit der AGI kooperierenden Landeslabors in Baden-Württemberg, Bayern, Mecklenburg- Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und in Thüringen. Weiterführende virologische Analysen zu den zirkulierenden Viren hat das Nationale Referenzzentrum für Influenza (NRZ) beigetragen. Die von den deutschen Gesundheitsämtern erhobenen Meldedaten zu Influenza-Erkrankungen aus dem gesamten Bundesgebiet wurden ebenso in die Einschätzung mit einbezogen wie die Ergebnisse aus dem Online-Portal GrippeWeb, bei dem die Bevölkerung selbst zu akuten Atemwegserkrankungen befragt wird.
Die Grippewelle in der Saison 2012/13 begann relativ früh in der 50. Kalenderwoche (KW) 2012 und endete erst mit der 16. KW 2013 im April. Bereits in der 43. KW 2012 gelang der erste Influenzanachweis im Rahmen des Sentinels der AGI, in den folgenden Wochen wurden kontinuierlich Influenzaviren nachgewiesen und ab der 50. KW lag der Anteil Influenza-positiver Proben (Positivenrate) bei über 20 %. Ab der 50. KW lag auch die Aktivität akuter Atemwegserkrankungen in Deutschland über dem im Winterhalbjahr üblichen Hintergrundbereich. Ihren Höhepunkt erreichte die Grippewelle bundesweit in der 8. KW 2013, wobei der Nord-Osten Deutschlands in dieser Saison früher betroffen war und dort die Aktivität häufig schon in der 6. KW ihren Höhepunkt erreichte. In den letzten zehn Jahren wurden auf dem Höhepunkt der Grippewelle nur in der Saison 2004/05 höhere Werte der ARE-Aktivität verzeichnet. Erst nach 17 Wochen, in der 14. KW 2013, sank die ARE-Aktivität wieder in den Hintergrundbereich. Trotzdem blieb die Positivenrate für Influenza weitere zwei Wochen so hoch, dass auch dann noch viele akute Atemwegserkrankungen der Influenza zugeschrieben werden konnten.
Die Anzahl der während der Influenzawelle in der Saison 2012/13 aufgetretenen zusätzlichen Arztbesuche (Exzess-Konsultationen) wurde auf 7,7 Millionen (95 %-Konfidenzintervall 7,1– 8,1 Millionen) geschätzt. Influenza-assoziierte Arbeitsunfähigkeiten (bzw. Pflegebedürftigkeit oder die Notwendigkeit der Bettruhe bei Patienten, die keine Krankschreibung benötigen) wurden auf 4,3 Millionen (95 %-KI 4,0–4,7 Millionen) geschätzt. Die geschätzte Anzahl der grippebedingten zusätzlichen Krankenhauseinweisungen betrug 32.000 (95 %-KI 28.000–35.000). Alle drei Schätzwerte spiegeln die im Vergleich mit den Vorjahren deutlich stärkere Grippewelle wider.
Der Anteil der im Rahmen des Sentinels im NRZ nachgewiesenen Influenzatypen und -subtypen war in dieser Saison ungewöhnlich gleichmäßig verteilt mit 34 % Influenza A(H1N1)pdm09, 31 % Influenza A(H3N2) und 35 % Influenza B, wobei die Zirkulation der Influenza B-Viren – wie auch in früheren Saisons häufig beobachtet – den Influenza A-Viren zeitlich nachfolgte. Genotypische und phänotypische Analysen zeigten keine Resistenzen gegen die antiviralen Arzneimittel Oseltamivir und Zanamivir bei Influenzaviren, die im Rahmen des AGI-Sentinel untersucht wurden.
In den spezifischeren Auswertungen aus GrippeWeb konnte der Verlauf der Grippewelle ebenfalls gut anhand der Meldungen von grippeähnlichen Erkrankungen aus der Bevölkerung nachvollzogen werden, und auch die im SEEDAREProjekt erhobenen fallbasierten, auf ICD 10-Code basierenden Informationen z. B. zu Grippediagnosen (J09-J11) erlaubten eine detaillierte Analyse.
In die Einschätzung der Krankheitslast von Influenza sollten auch Daten zu Influenza-bedingten Todesfällen eingehen. In diesem Bericht wird ein methodischer Ansatz aus bisher zwei Bundesländern (Berlin und Hessen) beschrieben, der eine zeitnahe Einschätzung der Mortalität durch Influenza ermöglicht.
Zu ihren Erfahrungen in der letzten Influenzapandemie in 2009 wurden die Sentinelärzte vom RKI ausführlich befragt, einige wichtige Ergebnisse dieser Befragung sind im Bericht aufgeführt.
Die Wirksamkeit der Influenzaimpfung in der Saison 2012/13 wurde wie in der Vorsaison basierend auf Daten aus der virologischen Surveillance der AGI untersucht. Deutliche Unterschiede zwischen den beiden Influenza A-Komponenten konnten gezeigt werden, die Wirkung wurde insgesamt als moderat eingeschätzt.
Für die Saison 2013/14 empfahl die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine veränderte Zusammensetzung der Komponenten des Impfstoffs gegen Influenza in der nördlichen Hemisphäre:

▶ Influenza A(H1N1)-Komponente: ein A/California/ 7/2009 (H1N1)-ähnliches Virus;
▶ Influenza A(H3N2)-Komponente: ein der in Zellkultur vermehrten Komponente A/Victoria/ 361/2011-ähnliches Virus;
▶ Influenza B-Komponente: ein B/Massachusetts/ 2/2012-ähnliches Virus aus der Yamagata- Linie.

Im Bericht werden die Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) sowie eine aktuelle Präzisierung der Impfempfehlung für Kinder wiedergegeben.
Schließlich wird im Kapitel Influenza als Zoonose die jeweils aktuelle Situation bezüglich aviärer und porciner Influenza in ihren jeweiligen Tierspezies und bei humanen Erkrankungsfällen geschildert. Das Auftreten von humanen Erkrankungen mit aviärer Influenza A(H7N9) in China im Frühjahr 2013 findet dabei besondere Berücksichtigung.
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Generiert am 23.03.2017, 05:13:05