edoc-Server des Robert Koch-Instituts

Masterarbeit

Autor(en): Ulrike Maske
Titel: Depression und körperliche Erkrankung im Altersgang
Gutachter: Frank Jacobi; Gerhard Meinlschmidt
Betreuer: Ulfert Hapke
Hochschule: Berlin School of Public Health – Charité Universitätsmedizin Berlin
Erscheinungsdatum: 24.02.2012
Volltext: pdf (urn:nbn:de:0257-10033811)
Fachgebiet(e): Medizin
Schlagwörter (ger): Komorbidität, Depression, chronische Erkrankung, Diabetes
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Abstract (ger):
Depressionen gehören in Deutschland zu den häufigsten psychischen Störungen und gehen mit Einschränkungen der Lebensqualität, Arbeitsausfällen und hohen Krankenkosten einher. Es wird von einem überzufällig häufigen komorbiden Auftreten von Depressionen und anderen psychischen und physischen Erkrankungen ausgegangen, deren Verläufe sich gegenseitig verschlimmern. In der Forschung gibt es bislang keine ausreichenden Erkenntnisse darüber, ob und inwiefern Depression und somatische Erkrankungen in unterschiedlichen Lebensaltern unterschiedlich stark miteinander assoziiert sind. Auch zur möglichen Assoziation von Depression und Diabetes mellitus sind nur wenig altersspezifische Ergebnisse zu finden.
In dieser Arbeit wird der Zusammenhang von Depression und 1) somatischer Erkrankung überhaupt, 2) unterschiedlichen Anzahlen an komorbiden somatischen Erkrankungen und 3) unterschiedlichen Arten somatischer Erkrankungen für die Gruppen 18-39 Jahre, 40-59 Jahre, 60-74 Jahre und 75 Jahre und älter untersucht. Zusätzlich wird vertiefend auf die Assoziation von Depression und Diabetes mellitus eingegangen.
Die Forschungsfragen werden anhand der Daten der bundesweit repräsentativen telefonischen Querschnitts-Studie „Gesundheit in Deutschland aktuell (GEDA)“ des Robert Koch-Instituts aus den Jahren 2008 bis 2010 untersucht. Der Datensatz umfasst N=43.312 Personen aus Privathaushalten ab 18 Jahren und enthält unter anderem Informationen über eine breite Spanne von durch die Probanden angegeben ärztlich diagnostizierten chronischen körperlichen Erkrankungen, sowie über diagnostizierte Depression oder depressive Verstimmung.
Die 12-Monats-Depressionsprävalenz liegt bei beiden Geschlechtern in der Altersgruppe der 40-59-Jährigen mit 10,5% bei den Frauen und 6,9% bei den Männern am höchsten. Die Assoziation von Depression und somatischer Erkrankung überhaupt ist in allen Altersgruppen signifikant, am höchsten ist sie bei den 40-59-Jährigen mit einem Odds Ratio von 3,1. Die Anteile an Depressiven steigen in allen Altersgruppen mit steigender Anzahl somatischer Erkrankungen. Depressive haben in allen Altersgruppen im Durchschnitt signifikant mehr somatische Erkrankungen als Nichtdepressive. In der Gruppe der über 60-Jährigen ist das Vorliegen von einer somatischen Erkrankung nicht signifikant mit Depression assoziiert. In dieser Altersgruppe liegt ein besonders hohes Odds Ratio bei 3 und 4 oder mehr somatischen Erkrankungen vor.
Diabetes ist in allen Altersgruppen signifikant mit Depression assoziiert. Diabetiker haben ein deutlich höheres Depressionsrisiko, als Personen mit anderen somatischen Erkrankungen. Dies ist besonders stark in der Gruppe der 40-59-Jährigen der Fall. Nach Adjustierung für die Anzahl an somatischen Erkrankungen (ohne Diabetes) fallen die Odds Ratios für Diabetiker stark ab und bleiben nur in der Gruppe der 18-39- und 40-59-Jährigen leicht erhöht, aber signifikant.
Die Ergebnisse dieser Arbeit sprechen dafür, dass die Assoziation von Depression und somatischer Erkrankung in unterschiedlichen Lebensaltern unterschiedlich stark ist. Mit steigender Anzahl an somatischen Erkrankungen steigen in allen Altersgruppen die Depressionsprävalenzen, allerdings auf unterschiedlichem Niveau. In der Gruppe der 40-59-Jährigen scheint somatische Erkrankung besonders stark mit Depression assoziiert zu sein. Die Assoziation von Depression und Diabetes fällt in einer ersten Analyse in allen Altersgruppen signifikanten aus. Nach Adjustierung für die Anzahl an komorbiden körperlichen Erkrankungen sinken die Odds Ratios deutlich bis knapp über den Nulleffekt. Dies legt nah, dass die Anzahl komorbider somatischer Erkrankungen einen großen Einfluss auf die Assoziation von Depression und Diabetes hat.
In Anbetracht der hohen Krankheitskosten und Krankheitslast, die mit der Komorbidität von Depression und somatischen Erkrankungen einhergehen, sind weitere Forschungsaktivitäten zu den hier präsentierten Ergebnissen sinnvoll, besonders zur Frage, inwieweit eine Behandlung der Depression den Verlauf der komorbiden somatischen Erkrankung verbessert. Ebenso könnte ein routinemäßiges Depressionsscreening und therapeutische Berücksichtigung einer möglichen Depressionserkrankung bei somatisch Kranken sinnvoll sein. Dies scheint besonders bei mittelalten und multimorbiden Personen wichtig.
Abstract (eng):
Depression is one of the most common mental disorders in Germany and is associated with a reduction in quality of life, a rise in disability days and high costs of illness. Research has shown that depression is significantly associated with physical and mental illnesses, and that their concomitant occurrence worsens each other’s course. However there is little evidence concerning whether the association of depression and physical illness varies with age. Moreover there is a lack of information regarding the extent to which depression and diabetes mellitus are associated at different ages.
In this work the association between depression and 1) somatic disease in general, 2) a different number of comorbid somatic diseases and 3) different kinds of somatic diseases will be investigated. These categories will be investigated in relation to different age groups: 18-39 years, 40-59 years, 60-74 years and 75 years and older.
This work is based on data from the cross-sectional telephone survey „Gesundheit in Deutschland aktuell (GEDA)“, led by the Robert Koch-Institut, between 2008 and 2010. The data from GEDA is representative of the German population older than 18 years and living in private households. The data includes N=43.312 individuals and it contains information about a wide range of self-reported chronic physical conditions diagnosed by a physician. It also includes information about depression or a diagnosed depressive disorder.
The 12-month prevalence of depression is highest in both women and men between 40 and 59 (10,5% for women, 6,9% for men in this age group). There is a significant association between depression and physical illness in general in all age groups. However, it appears to be at its strongest for the 40-59 age group with an Odds Ratio of 3,1. With an increasing number of comorbid physical illnesses, the percentage of people with depression increases in all age groups. People with depression do on average suffer from a higher number of somatic diseases than people without depression. For those aged 60 and older, the presence of a single somatic disease was not significantly associated with depression. However, in the same group, the Odds Ratio is remarkably strong in the presence of three and four and above somatic diseases.
A significant association between depression and diabetes is observed in all age groups. People with diabetes have a higher risk for depression than non-diabetic ill people. This association is strongest for those aged 40-59. After adjusting for the number of comorbid somatic diseases (without diabetes) there is a strong decrease of the Odds Ratios, which remain slightly but significantly over the null effect.
The results confirm that there is a significant association between depression and somatic illness, which differs among different age groups. With an increasing number of somatic diseases, there are higher prevalence rates of depression at all ages, though to various extents. There seems to be a particularly strong association between depression and somatic illness for people aged 40-59. On a first attempt a significant association between depression and diabetes is found in all age groups. After adjusting for the number of comorbid physical diseases the Odds Ratios strongly decrease. This suggests that the number of physical diseases has a big influence on the association between depression and diabetes.
Considering the burden of disease in relation to comorbid depression and somatic illnesses, further research is needed, for example on the question, whether treated depression improves the course of comorbid somatic disease. Moreover routine screenings for depression and accounting for potential therapy for the somatically ill could reduce the burden of illness as well as the medical costs. This seems most important for middle-aged patients as well as for those with several comorbid somatic diseases.
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Generiert am 25.04.2017, 17:20:15