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Masterarbeit

Autor(en): Katrin Büsch
Titel: Wirtschaftliche und gesundheitliche Bedeutung der Anreicherung von Frühstückscerealien mit Vitaminen und Mineralstoffen im Hinblick auf Kinder und Jugendliche als Konsumentengruppe
Gutachter: Gert Mensink
Hochschule: Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Erscheinungsdatum: 31.01.2007
Volltext: pdf (urn:nbn:de:0257-1003805)
Fachgebiet(e): Medizin
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Abstract (ger):
Mit dem gesteigerten Bedürfnis der Bevölkerung nach gesundheitlichem Wohlbefinden rückt unter anderem die Versorgung mit essentiellen Nährstoffen, wie Vitaminen und Mineralstoffen in den Mittelpunkt des Interesses. In den Regalen der Einkaufsstätten breiten sich immer mehr Lebensmittel aus, die durch Nährstoffanreicherungen gekennzeichnet sind, zum Beispiel im Bereich der Milchprodukte, Fruchtsäfte und Cerealien. Hier hat die Industrie bereits frühzeitig das Potential zur Steigerung von Absatz und Marktanteilen durch die Vermittlung eines gesundheitlichen Zusatznutzens dieser Produkte erkannt. Anreicherungen von Frühstückscerealien mit Vitaminen und Mineralstoffen schaffen ein positives Image und fördern deren Vermarktung. So hat sich der Konsum bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland innerhalb von 11 Jahren vervierfacht (SICHERTHELLERT ET AL., 1999, S. 70).
Über die gesundheitliche sowie die damit verbundene wirtschaftliche Bedeutung dieser Produktgruppe für die Vitamin- und Mineralstoffversorgung von Kindern und Jugendlichen liegen jedoch nur mangelhafte Kenntnisse vor. Deshalb wurde im Hinblick auf das momentane Angebot an Frühstückscerealien in Deutschland in dieser Arbeit eine Marktanalyse durchgeführt. Die gewonnenen Informationen erlauben eine detailliertere Auswertung der EsKiMo-Daten sowie die Einschätzung der Gefahr von Überdosierungen durch Nährstoffzusätze.
Es zeigte sich, dass 63 % der Frühstückscerealien mit zahlreichen Vitaminen und Mineralstoffen angereichert werden. Dabei weisen je nach Produktgruppe 67 % bis 94 % der Cerealienspezialitäten Zusätze auf, wohingegen die Anteile der angereicherten Erzeugnisse bei Müslimischungen mit 27 % bis 38 % weitaus niedriger liegen. Außerdem treten zwischen Cerealienspezialitäten und Müslimischungen, aber auch innerhalb dieser große Mengenunterschiede bei zugesetzten Vitaminen und Mineralstoffen auf. Doch häufig konnten nahezu identische Nährstoffspektren festgestellt werden, welche meistens auf den Vitaminen B1, B2, B6, B12 sowie Folsäure und Niacin basieren. Bei den Mineralstoffen sind vor allem Calcium und Eisen sehr beliebt. Dabei setzen viele Hersteller innerhalb ihrer Produktpaletten selbst für unterschiedliche Erzeugnisse identische Anreicherungspraktiken ein.
Bei Frühstückscerealien werden Vitamine im Vergleich zu Mineralstoffen wesentlich vielfältiger und häufiger zugesetzt. Zudem zeigen sich teilweise große Spannweiten zwischen den minimalen und maximalen Gehalten der einzelnen Produktgruppen. So sind in Cerealienspezialitäten generell größere Mengen dieser Vitamine und Mineralstoffe im Vergleich zu den Müslimischungen vorzufinden. Dementsprechend nehmen Kinder und Jugendliche durch den Verzehr von ersteren mehr essentielle Nährstoffe auf.
Mit einer Portion von 30 g Cerealienspezialitäten erreichen Kinder bis zu 68 % (219 % für Biotin) der empfohlenen Tagesdosis für Vitamine und bis zu 23 % für Mineralstoffe. Respektive gelten für Jugendliche Anteile des täglichen Bedarfs von bis zu 40 % (132 % für Biotin) für Vitamine bzw. bis 21 % für Mineralstoffe. Bei Müslimischungen ergibt sich für Kinder eine Nährstoffversorgung bis zu 47 % (192 % für Biotin) für Vitamine sowie bis zu 16 % für Mineralstoffe. Dementsprechend zeigen sich bei den Jugendlichen aufgrund der höheren Bedarfsmengen niedrigere Anteile an den Tagesdosen, die bei Vitaminen mit bis zu 28 % (116 % für Biotin) und bei Mineralstoffen bis zu 12 % erzielt werden.
Die Gefahr des Eintretens von Überdosierungen durch Anreicherungen von Frühstückscerealien lässt sich nur schwer einschätzen. Einerseits erlauben die Nährstoffangaben der Hersteller keine eindeutige Differenzierung der Zusätze von den natürlichen Gehalten der Vitamine und Mineralstoffe in den Lebensmitteln. Zum anderen ist es üblich, nicht nur die auf der Verpackung gekennzeichneten Vitamin- und Mineralstoffgehalte, sondern auch darüber hinausgehende Mengen zuzusetzen, um die angegebenen Gehalte zum Ende des Mindesthaltbarkeitsdatums zu gewährleisten. Damit führen die Anreicherungen bei Kindern und Jugendlichen in der Realität zu einer höheren Bedarfsdeckung als veranschlagt.
Eine gesundheitsfördernde Wirkung von extrem hohen Dosen einzelner Vitamine und Mineralstoffe ist nicht gesichert. Ferner muss mit Risiken bezüglich eventueller Nebenwirkungen gerechnet werden. Wenn Kinder und Jugendliche neben Frühstückscerealien zusätzlich angereicherte Produktgruppen, wie Süßwaren, Milchprodukte oder Getränke zu sich nehmen, so kann es auch bei den niedrigsten Anreicherungsstufen zu übermäßig hohen Aufnahmen für vereinzelte Nährstoffe kommen.
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Generiert am 27.06.2017, 12:35:27