edoc-Server des Robert Koch-Instituts

Band einer Schriftenreihe

Autor(en): Silke Buda; Karla Köpke; Kerstin Prahm; Brunhilde Schweiger; Marianne Wedde; Susanne Duwe; Udo Buchholz; Matthias an der Heiden; Walter Haas
Titel: Bericht zur Epidemiologie der Influenza in Deutschland Saison 2013/14
Erscheinungsdatum: 23.09.2014
Erschienen in: Influenza-Berichterstattung  0
(AGI)
Volltext: pdf (urn:nbn:de:0257-10037522)
Schlagwörter (ger): Epidemiologie, Arbeitsgemeinschaft Influenza, Influenzasaison, AGI, Abschlussbericht 2013/14
Herausgeber: Robert Koch-Institut
Metadatenexport: Um den gesamten Metadatensatz im Endnote- oder Bibtex-Format zu speichern, klicken Sie bitte auf den entsprechenden Link. Endnote   Bibtex  

Abstract (ger):
Die Ergebnisse der Influenza-Überwachung des RKI in der Saison 2013/14 basieren hauptsächlich auf den Daten des Sentinelsystems der Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) mit seiner syndromischen und virologischen Surveillance. Die syndromische Surveillance umfasst seit der Saison 2012/13 neben der klassischen Meldung von akuten Atemwegserkrankungen aggregiert in Altersgruppen auch die elektronische Erfassung von Diagnosecodes akuter respiratorischer Erkrankungen in Sentinelpraxen (SEEDARE). In der Saison 2013/14 wurden erstmals alle Sentinelproben in der virologischen Surveillance nicht nur auf Influenza- und Respiratorische Synzytialviren, sondern zusätzlich auch auf Rhino-, Adeno- und humane Metapneumoviren untersucht. Die virologischen Daten zu Influenza werden ergänzt durch Ergebnisse von sechs mit der AGI kooperierenden Landeslaboren in Baden-Württemberg, Bayern, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und in Thüringen. Weiterführende virologische Analysen zu den zirkulierenden Influenzaviren hat das Nationale Referenzzentrum für Influenza (NRZ) beigetragen. Die von den deutschen Gesundheitsämtern erhobenen Meldedaten zu Influenza-Erkrankungen aus dem gesamten Bundesgebiet wurden ebenso in die Einschätzung mit einbezogen wie die Ergebnisse aus dem Online-Portal GrippeWeb, bei dem die Bevölkerung selbst zu akuten Atemwegserkrankungen befragt wird.
Die Grippewelle in der Saison 2013/14 begann spät Mitte Februar in der 8. Kalenderwoche (KW) und endete bereits mit der 14. KW 2014 Anfang April. In der 48. KW 2013 gelang der erste Influenzanachweis im Rahmen des Sentinels der AGI. Obwohl in den folgenden Wochen Influenzaviren nachgewiesen wurden, stieg der Anteil Influenza-positiver Proben (Positivenrate) erst in der 8. Kalenderwoche über 20 %. Dagegen überschritt die Aktivität akuter Atemwegserkrankungen, gemessen im Praxisindex, schon in der 5. KW 2014 den Bereich der Hintergrund-Aktivität. Diese Erhöhung der ARE-Aktivität war allerdings nicht durch Influenza zu erklären, sondern wurde durch weitere zirkulierende virale Atemwegserreger verursacht. Für die Beurteilung der epidemiologischen Situation erwies sich deshalb die Erweiterung des respiratorischen Erregerspektrums in der virologischen Surveillance der AGI als besonders wertvoll. Ihren Höhepunkt erreichte die Grippewelle bundesweit in der 10. KW 2014, allerdings auf einem ungewöhnlich niedrigen Niveau. Nach der starken Grippewelle in der Saison 2012/13 wurden in der Saison 2013/14 insgesamt sehr viel niedrigere Werte in der Influenzaüberwachung verzeichnet.
Die Anzahl der zusätzlichen Arztbesuche (Exzess-Konsultationen) während der Influenzawelle in der Saison 2013/14 wurde auf 780.000 (95 %-Konfidenzintervall (KI) 510.000–1.010.000) geschätzt. Influenza-assoziierte Arbeitsunfähigkeiten (bzw. Pflegebedürftigkeit oder die Notwendigkeit der Bettruhe bei Patienten, die keine Krankschreibung benötigen) wurden auf 430.000 (95 %-KI 260.000–600.000) geschätzt. Die geschätzte Anzahl der grippebedingten zusätzlichen Krankenhauseinweisungen betrug 3.100 (95 %-KI 1.700–4.500). Alle drei Schätzwerte entsprechen nur etwa einem Zehntel der Werte der Saison 2012/13 und liegen damit am unteren Ende der Skala in den letzten 13 Saisons, für die entsprechend validierte Daten aus der syndromischen Surveillance der AGI vorliegen.
Bei den im Rahmen des Sentinels untersuchten Patientenproben dominierten Influenza A(H3N2)-Viren mit 61 % die Influenzanachweise, gefolgt von Influenza A(H1N1)pdm09-Viren mit 30 %. Influenza B-Viren machten in der Saison 2013/14 nur 9 % der Influenzanachweise in den Sentinelproben aus. Die genetische wie die antigene Charakterisierung der zirkulierenden Influenzaviren unterstützen die Empfehlung der WHO bezüglich der Impfstoffkomponenten. Auch hinsichtlich der Empfindlichkeit der Influenzaviren gegenüber Neuraminidasehemmern wurden umfangreiche Untersuchungen vom NRZ durchgeführt.
In den Auswertungen aus GrippeWeb konnte der Verlauf der Grippewelle – auch im Vergleich mit zwei Vorsaisons – ebenfalls gut anhand der Meldungen von grippeähnlichen Erkrankungen aus der Bevölkerung nachvollzogen werden. Die im SEEDARE-Projekt erhobenen fallbasierten, auf ICD-10-Code basierenden Informationen z. B. zu Grippediagnosen (J09-J11) erlaubten zusätzlich eine detaillierte Analyse.
In die Einschätzung der Krankheitslast von Influenza gehen auch Daten zu Influenza-bedingten Todesfällen ein. In diesem Bericht wird über die zeitnahe Einschätzung der Mortalität durch Influenza in Berlin berichtet.
Personengruppen mit einem höheren Risiko für eine schwere Influenzaerkrankung werden in zwei Beiträgen im Bericht berücksichtigt: Das Management von Influenzaausbrüchen in Altenund Pflegeheimen wurde in einer Befragung von Gesundheitsämtern untersucht und schwangere Frauen wurden zu Faktoren, die die Impfentscheidung beeinflussen, in einem Querschnittssurvey befragt. Die Wirksamkeit der Influenzaimpfung in der Saison 2013/14 wurde wie in den beiden Vorsaisons basierend auf Daten aus der virologischen Surveillance der AGI untersucht.
Für die Saison 2014/15 empfahl die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die gleiche Zusammensetzung der Komponenten des Impfstoffs gegen Influenza in der nördlichen Hemisphäre wie schon für die Saison 2013/14:

▶▶Influenza A(H1N1)-Komponente: ein A/California/ 7/2009 (H1N1)-ähnliches Virus;
▶▶Influenza A(H3N2)-Komponente: ein A/Texas/ 50/2012 (H3N2)-ähnliches Virus
▶▶Influenza B-Komponente: ein B/Massachusetts/ 2/2012-ähnliches Virus aus der Yamagata- Linie.

Im Bericht wird außerdem die Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) wiedergegeben.
Schließlich wird im Kapitel Influenza als Zoonose die aktuelle Situation bezüglich aviärer und porciner Influenza in ihren jeweiligen Tierspezies und bei humanen Erkrankungsfällen geschildert. Das Auftreten von humanen Erkrankungen mit aviärer Influenza A(H7N9) in China in einer zweiten Welle im Frühjahr 2014 findet dabei wiederum besondere Berücksichtigung.
Nutzungsbedingungen
Für Dokumente, die in elektronischer Form auf diesem Dokumentenserver bereitgestellt werden, gilt uneingeschränkt das Urheberrechtsgesetz (UrhG). Vor allem gilt, dass die Dokumente zu wissenschaftlichen Zwecken und zum Eigengebrauch zitiert, kopiert, abgespeichert, ausgedruckt und weitergegeben werden dürfen (§53 UhrG), es sei denn, dem einzelnen Dokument sind abweichende und dann allein maßgebliche Nutzungsbedingungen vorangestellt. Jede kommerzielle Nutzung der Dokumente, auch von Teilen und Auszügen, ist ohne vorherige Zustimmung des Urhebers/Autors untersagt.
Terms of use
Documents which are provided on this repository are subject to strict copyright conditions. This applies in particular to the following: the documents made available on this publication server may be cited, copied, saved, printed and passed on for scientific purposes and private use (§53 German Copyright Law), unless the individual document is preceded by deviating and then exclusively applicable terms and conditions of use. Any commercial use of the documents, even in part and excerpts, is prohibited without the prior written consent of the creator.
Zugriffsstatistik: Die Daten für die Zugriffsstatistik der einzelnen Dokumente wurden aus den durch AWSTATS aggregierten Webserver-Logs erstellt. Sie beziehen sich auf den monatlichen Zugriff auf den Volltext sowie auf die Startseite.
 
Bei Formatversionen eines Dokuments, die aus mehreren Dateien bestehen (insbesondere HTML), wird jeweils der monatlich höchste Zugriffswert auf eine der Dateien (Kapitel) des Dokuments angezeigt.
 
Um die detaillierten Zugriffszahlen zu sehen, fahren Sie bitte mit dem Mauszeiger über die einzelnen Balken des Diagramms.
Startseite: 482 ZugriffePDF: 143 ZugriffeStartseite: 456 ZugriffePDF: 179 ZugriffeStartseite: 684 ZugriffePDF: 222 ZugriffeStartseite: 307 ZugriffePDF: 163 ZugriffeStartseite: 86 ZugriffePDF: 72 ZugriffeStartseite: 85 ZugriffePDF: 87 ZugriffeStartseite: 66 ZugriffePDF: 84 ZugriffeStartseite: 73 ZugriffePDF: 80 ZugriffeStartseite: 49 ZugriffePDF: 83 ZugriffeStartseite: 115 ZugriffePDF: 107 ZugriffeStartseite: 103 ZugriffePDF: 69 ZugriffeStartseite: 52 ZugriffePDF: 65 ZugriffeStartseite: 28 ZugriffePDF: 78 ZugriffeStartseite: 39 ZugriffePDF: 72 ZugriffeStartseite: 58 ZugriffePDF: 109 ZugriffeStartseite: 36 ZugriffePDF: 75 ZugriffeStartseite: 32 ZugriffePDF: 73 ZugriffeStartseite: 26 ZugriffePDF: 81 ZugriffeStartseite: 32 ZugriffePDF: 70 ZugriffeStartseite: 35 ZugriffePDF: 55 ZugriffeStartseite: 33 ZugriffePDF: 45 ZugriffeStartseite: 40 ZugriffePDF: 61 ZugriffeStartseite: 74 ZugriffePDF: 60 ZugriffeStartseite: 116 Zugriffe
Dec
14
Jan
15
Feb
15
Mar
15
Apr
15
May
15
Jun
15
Jul
15
Aug
15
Sep
15
Oct
15
Nov
15
Dec
15
Jan
16
Feb
16
Mar
16
Apr
16
May
16
Jun
16
Jul
16
Aug
16
Sep
16
Oct
16
Nov
16

Gesamtzahl der Zugriffe seit Dec/2014:

  • Startseite – 3107 (129.46 pro Monat)
  • PDF – 2133 (88.88 pro Monat)
  •  
Generiert am 04.12.2016, 04:11:40