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Veröffentlichter Artikel oder Aufsatz

Publikationsart: Veröffentlichter Artikel oder Aufsatz
Autor(en): Michael Pfleiderer; Ole Wichmann
Titel: Von der Zulassung von Impfstoffen zur Empfehlung durch die Ständige Impfkommission in Deutschland
Erschienen in: Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz 58 (3) , 2015
S. 263-273
Verlag: Springer
Verlags-URL: http://link.springer.com/article/10.1007%2Fs00103-014-2109-y
DOI: 10.1007/s00103-014-2109-y
Veröffentlichung auf edoc: 03.08.2016
Status: published
Volltext: pdf (urn:nbn:de:0257-10046251)
Schlagwörter (ger): STIKO, Impfprogramm, Empfehlung, Paul-Ehrlich-Institut, Impfstoffe, Nutzen-Risiko-Bewertung, Zulassung, Kosten-Nutzen-Bewertung
Schlagwörter (eng): Vaccines, Benefit-risk assessment, Cost-benefit analyses, Licensure, Recommendation, Immunization program
Vorhaben/Arbeitsgruppe: Robert Koch-Institut, Infektionsepidemiologie
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Abstract (ger):
Impfungen gehören zu den effektivsten Präventionsmaßnahmen der modernen Medizin und haben seit ihrer Einführung im letzten Jahrhundert zu einem drastischen Rückgang, in Einzelfällen sogar zur Eliminierung schwerer Infektionskrankheiten geführt. Die Nutzenbewertung von Impfstoffen weist einige Besonderheiten auf. Dazu gehört, dass Impfstoffe zur Verhinderung von Infektionskrankheiten an Gesunden, Therapeutika hingegen zur Behandlung von bereits Erkrankten eingesetzt werden. Die mit der Anwendung von Impfstoffen verbundenen Risiken dürfen daher – um für den Impfling noch akzeptabel zu sein – nur sehr gering sein. Zum anderen können hohe Impfquoten zu Bevölkerungseffekten (z. B. indirekter Schutz von Ungeimpften) und damit zu einem zusätzlichen Bevölkerungsnutzen führen. Die Zulassung von Impfstoffen geht vornehmlich der Frage nach, ob ein bestimmter Impfstoff sicher, wirksam und qualitativ hochwertig und sein Nutzen-Risiko-Verhältnis akzeptabel ist. Bei der Entscheidung, ob eine Impfung in ein nationales Impfprogramm aufgenommen bzw. einer bestimmten Risikogruppe empfohlen wird, steht dagegen die Frage im Vordergrund, wie zugelassene Impfstoffe am sinnvollsten in der Bevölkerung angewendet werden (z. B. mit welcher Impfstrategie die meisten Todesfälle, Hospitalisierungen oder Behandlungskosten im Gesundheitssystem reduziert werden können). Bewertungsmethoden für die Nutzen-Risiko- Abwägung vor der Erstanwendung von Impfstoffen am Menschen im Rahmen von Zulassungsstudien sind etabliert. Entsprechende Kriterien kommen sowohl bei der Nutzen-Risiko-Abwägung zum Zeitpunkt der Zulassung zur Anwendung als auch während der gesamten Vermarktungsphase. Bei der Entscheidung, ob und wie ein zugelassener Impfstoff in ein Impfprogramm integriert wird, kommen Kriterien zum Tragen, die sich von den Zulassungskriterien unterscheiden bzw. über die Kriterien der Sicherheits- und Wirksamkeitsprüfung hinausgehen. Diese Entscheidung sollte zusätzlich auch Bevölkerungseffekte und den lokalen Kontext berücksichtigen (z. B. lokale Epidemiologie, Kosten-Effektivität oder Akzeptanz in der Bevölkerung). Dementsprechend sind nationale Institutionen wie die in Deutschland dafür eingesetzte Ständige Impfkommission (STIKO) etabliert, um global entwickelte Impfstoffe in den nationalen Kontext als Impfstrategien zu integrieren.
Abstract (eng):
Vaccines are among the most effective preventive measures in modern medicine and have led to a dramatic decline and—for a few diseases—even to the elimination of severely infectious diseases. There are some particularities of the risk–benefit assessment of vaccines compared with that of therapeutic drugs. These include the fact that vaccines are applied to healthy individuals with the aim of preventing an infectious disease, while therapeutic drugs are administered to sick people to cure them of an already acquired disease. The acceptable level of risk associated with the application of a vaccine is therefore much lower. In addition, high vaccination coverage can lead to population-level effects (e.g., the indirect protection of unvaccinated individuals) that can confer additional benefits to the population overall. When a marketing authorization application (MAA) for a novel vaccine is evaluated, conclusions are made regarding its quality, safety, and efficacy, and a benefit–risk assessment is carried out accordingly. In contrast, when deciding on the introduction of a new vaccine into a national immunization program or on a recommendation for a specific risk-group, the focus is shifted to considerations of how a licensed vaccine can be best used in a population (e.g., which immunization strategy is most effective in preventing deaths or hospitalizations, or in reducing treatment costs for the health care system). Stringent assessment criteria have been developed that require a robust safety analysis before a new vaccine is administered to humans for the first time in pre-licensure studies. Similarly, criteria are applied for calculating the benefit–risk ratio at the time of the licensure of a new vaccine in addition to during the entire post-licensure period. However, when deciding if and how a licensed vaccine can best be integrated into an existing immunization program, additional criteria are applied that are different, yet complementary to those applied for granting a marketing authorization. These decisions require—in addition to considerations of vaccine quality, vaccine efficacy and safety—conclusions regarding population-level effects combined with an integrative analysis of the local context (e.g., local epidemiology, cost-effectiveness, and acceptance by the population). To serve these objectives, national authorities such as the Standing Committee on Vaccination in Germany (STIKO) have been established to integrate globally developed vaccines into the national context of immunization strategies.
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Generiert am 23.06.2017, 18:58:23