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2024-06-03Zeitschriftenartikel
Herausforderungen in der Primärversorgung von Patientinnen und Patienten mit Long‑/Post-COVID
Ergebnisse eines bundesweiten Surveys unter Hausärztinnen und Hausärzten in Deutschland
Gubernath, J.
Mekkes, S.
Sarganas, G.
Scheidt-Nave, C.
Dini, L.
Hintergrund: Hausärztinnen und Hausärzte (HÄ) bilden die primäre Anlaufstelle für Patientinnen und Patienten mit unklaren Symptomen. Dies zeigt sich zurzeit am Beispiel der postakuten Infektionssyndrome von Long‑/Post-COVID (L/PC) mit einer Vielfalt systemischer, unspezifischer, langanhaltender Symptomkomplexe nach durchgemachter SARS-CoV-2-Infektion. Dieser Beitrag beleuchtet die L/PC-Versorgung aus der hausärztlichen Perspektive und beschreibt Erfahrungen, Herausforderungen und Informationsbedarfe. Methoden: Im September 2022 wurde eine anonyme Befragung aller in Deutschland niedergelassenen HÄ durchgeführt. Die Datenerhebung erfolgte anhand eines selbstentwickelten Onlinefragebogens. Die Daten wurden mithilfe deskriptiver Analysen ausgewertet. Ergebnisse sind nach Geschlecht, Alter und Region gewichtet. Ergebnisse: Die Befragung erreichte einen Rücklauf von 2,1 % aller HÄ in Deutschland. Insgesamt gaben 93 % (n = 819) der HÄ an, bereits Patienten und Patientinnen mit L/PC versorgt zu haben. Nach Aussage der HÄ waren häufig empfohlene bzw. verordnete Maßnahmen nichtmedikamentöse Therapien, Verlaufsbeobachtungen und Langzeitkrankschreibungen. Teilnehmende HÄ gaben an, sie seien auf Hürden bei der Diagnose, Behandlung, Weiterbehandlung und Koordinierung gestoßen. Die größten Informationsbedarfe zu L/PC wurden im Bereich der Therapie (inklusive Medikation), Pathophysiologie und Rehabilitation gesehen. Diskussion: Die Primärversorgung von Patientinnen und Patienten mit L/PC steht vor Herausforderungen. Der Aufbau regionaler Netzwerke unter Einbeziehung von HÄ, Spezialambulanzen und Rehabilitationseinrichtungen und ein gezielter Informationsaustausch zwischen Forschung und Praxis könnten die Möglichkeiten zur Umsetzung einer bedarfsgerechten Versorgung von Patientinnen und Patienten mit L/PC verbessern.
 
Background: General practitioners (GPs) are the first point of contact for patients with unexplained symptoms of long/post-COVID (L/PC), whereby patients report suffering from a wide range of systemic, nonspecific persistent symptoms after recovery from acute SARS-CoV‑2 infection. This study explores L/PC care from the GP perspective and describes experiences, challenges and information needs. Methods: An anonymous nationwide survey open to all GPs in ambulatory care in Germany was conducted in September 2022. Data were collected using a self-designed online questionnaire. Analyses were carried out using descriptive statistics. Results are weighted by age, sex and region. Results: Overall, the surveys response rate reached 2.1% of all GPs practicing in Germany; 93% (n = 819) stated that they had provided care for L/PC patients. Therapeutic measures most often recommended by GPs were nondrug therapy, follow-ups, and long-term sick leave prescriptions (doctor’s notes). Barriers were encountered in all areas of care, including diagnosis, treatment, continuity of care and coordination. The greatest need for information related to L/PC was seen in the areas of therapy (including medication), pathophysiology and rehabilitation. Conclusion: GPs providing care to L/PC patients in Germany report barriers in care coordination and information needs. Establishing regional networks of GPs in cooperation with special outpatient and rehabilitation facilities and fostering information exchange between research and practice may help to improve the provision of need-based care for these patients.
 
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