Kontextfaktoren für die Surveillance nichtübertragbarer Krankheiten (NCD) in Deutschland: Politi-sche, soziale und umweltbezogene Indikatoren
Neuperdt, Laura
Tuncer, Oktay
Mumm, Rebekka
Jordan, Susanne
Starker, Anne
Manz, Kristin
Müters, Stephan
Heidemann, Christin
Hintergrund: Die Gesundheit der Bevölkerung wird durch politische, soziale und
umweltbezogene Rahmenbedingungen – in der vorliegenden Arbeit als Kontextfaktoren
bezeichnet – geprägt, die das Risiko für Typ-2-Diabetes und weitere nichtübertragbare
Krankheiten (NCD) beeinflussen. Der Artikel gibt einen Überblick
über ausgewählte Indikatoren aus diesem Bereich.
Methode: Die Indikatoren wurden basierend auf einer Literaturrecherche und einem
mehrstufigen Auswahlverfahren unter Berücksichtigung ihrer Relevanz für die Prävention
von Diabetes und anderen NCD sowie ihrer Datenverfügbarkeit entwickelt.
Für die Operationalisierung wurden verfügbare bundesweite Daten verwendet.
Ergebnisse: Es wurden sechs Indikatoren konsentiert: Tabakkontrolle, Verbraucherpreisindex,
Lebensmittelbesteuerung und Präventionsausgaben für den Bereich
Gesundheitspolitische Maßnahmen, Armutsrisikoquote für den Bereich Arbeit und
Soziales sowie Verkehrsmittelnutzung für den Bereich bebaute und physische Umwelt.
Die Zeitreihen zu diesen Indikatoren sind in die NCD-Surveillance des Robert
Koch-Instituts (RKI) integriert und werden auf dem Webportal der Gesundheitsberichterstattung
dargestellt. Die Ergebnisse für alle Indikatoren weisen auf unzureichende
Präventionsmaßnahmen hin.
Schlussfolgerungen: Indikatoren zu Rahmenbedingungen tragen dazu bei, die zeitliche
Entwicklung von verhältnisbasierten Einflussfaktoren der Gesundheit abzubilden.
Im Rahmen der NCD-Surveillance am RKI ist die kontinuierliche Weiterentwicklung
dieses Themenbereichs vorgesehen.
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