Untersuchung des Risikos, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken, seit Einführung der HPV-Impfung
| dc.contributor.author | Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren e. V. | |
| dc.date.accessioned | 2026-06-29T09:08:41Z | |
| dc.date.available | 2026-06-29T09:08:41Z | |
| dc.date.issued | 2026-06 | none |
| dc.identifier.uri | http://edoc.rki.de/176904/13773 | |
| dc.description.abstract | Zeigt sich seit Einführung der HPV-Impfung 2007 ein signifikanter Rückgang der bundesweiten und bundeslandspezifischen Inzidenzraten von Zervixkarzinomen und Carcinoma in situ (CIS) der Zervix in der Altersgruppe der 17- bis 31- jährigen Frauen? Die Analyse der Inzidenzraten und Tumoreigenschaften (insbesondere der Stadienverteilung und Histologie) von Zervixkarzinomen und CIS der Zervix in der Altersgruppe der 17- bis 31-Jährigen kann potenzielle Impfeffekte sichtbar machen und somit als evidenzbasierte Grundlage zur Motivierung junger Menschen für eine HPV-Impfung dienen. Grieger et al. konnten für die ersten geimpften Geburtsjahrgänge bereits eine Senkung der Inzidenz für ausgewählte Bundesländer feststellen [1]. Stübs et al. zeigen in ihrer epidemiologischen Untersuchung zum Zervixkarzinom eine Verschiebung der Tumorcharakteristika (Stadien, Grading, Histologie) deutschlandweit [2,3]. Ziel des Forschungsvorhabens ist es, für die ersten HPV-geimpften Frauen in Deutschland die Fallzahlsenkung und damit die mögliche Risikosenkung im jungen Erwachsenenalter anhand der aufgetretenen Zervixkarzinome und CIS der Zervix, insbesondere im Vergleich zu den regionalen Impfquoten, darzustellen. Die Schutzimpfungsrichtlinie hat die Impfung gegen HPV zum 31.07.2007 aufgenommen. Im Jahr 2007 bis 2014 galt die Empfehlung zur Impfung für 12 bis 17-jährige Frauen [4]. Der mögliche Verzerrungseffekt durch die Corona-Pandemie wird in den Diagnosejahren ab 2020 mitberücksichtigt. Dabei wird betrachtet, wie stark sich die Fallzahlen in den Jahren 2020-2022 verändern. Zur statistischen Berücksichtigung der Coronapandemie werden die geplanten Analysen und Modelle jeweils mit und ohne die Jahre 2020-2022 berechnet und miteinander verglichen. Im Rahmen der Analyse werden junge Frauen betrachtet, bei denen eine Diagnosestellung im Alter zwischen 17 und 31 Jahren erfolgte. Dabei werden zwei Geburtskohorten miteinander verglichen. Die Interventionskohorte umfasst Frauen, welche zwischen 1992 und 1994 geboren wurden. Diese Frauen wurden zwischen 2009 und 2011 17 Jahre alt und hatten demnach die Chance, die HPV-Impfung zu erhalten. Die Kontrollgruppe umfasst Frauen der Geburtsjahre 1987 bis 1989, für die gemäß Schutzimpfungsrichtlinie des G-BA keine Impfmöglichkeit zu Lasten der GKV bestand. Für die Kontrollgruppe wird angenommen, dass keine Impfung vorliegt. Die Kohorten werden jeweils für einen Zeitraum von 14 bis 16 Jahren beobachtet. Betrachtet wird die Interventionsgruppe für die Diagnosejahre 2009 bis 2023 und die Kontrollgruppe für die Diagnosejahre 2004 bis 2018. Die Kohorten werden hinsichtlich bundesweiter und bundeslandspezifischer Inzidenzraten (Bevölkerungsbezug) pro 100.000 Frauen untersucht. Die bundeslandspezifischen Inzidenzraten werden im Vergleich mit den durch die KV-Impfsurveillance und durch das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) auf Basis der AOK-Abrechnungsdaten erfassten kumulativen regionalen Impfquoten [5] mittels MMRM-Modell betrachtet und die Verteilung der Tumorcharakteristika (insbesondere Stadien, Grading, Histologie) der Kohorten verglichen. Der lineare Zusammenhang zischen Inzidenz und Impfrate wird geprüft und bei Bedarf die Daten über eine Linkfunktion angepasst. Die mögliche Verzerrung der Ergebnisse in Bundesländern mit einer nicht vollständigen Dokumentation der Tumorfälle (<90%) [4] wird dabei mit betrachtet. Die Inzidenzraten der Kohorten werden mittels Join-Point-Regression auf einen möglichen absteigenden Trend der Inzidenzen untersucht. Zusätzlich soll mittels des e-Values mit dem Effektmaß des Risk Ratios untersucht werden, wie stark der Zusammenhang des Anteils der Wahrnehmung von Vorsorgeuntersuchung mit der Erkrankung an Gebärmutterhalskrebs sein müsste, damit der beobachtete Effekt durch die Impfung aufgehoben wird. Neben der Impfung hat auch das Gebärmutterhalskrebsscreening einen Einfluss auf die Fallzahl von Gebärmutterhalskrebs [6,7]. Da nur Daten zur Impfung und den Fallzahlen zur Verfügung stehen und das Screening beide Kohorten beeinflusst [8], soll der Einfluss des Screenings ebenfalls theoretisch untersucht werden. Sollte im MMRM-Modell ein Einfluss der Impfung auf die Fallzahl identifiziert werden, wird mittels e-Value geprüft, wie groß der Einfluss der Vorsorgeuntersuchung (unbeobachteter Effekt) sein müsste, um diesen Einfluss aufzuheben. Zusätzlich ist anzunehmen, dass Menschen, die sich impfen lassen, auch tendenziell häufiger zum Screening gehen [9, 10]. Heißt, das Screening beeinflusst sowohl die Impfrate als auch die Inzidenz. | ger |
| dc.language.iso | ger | none |
| dc.publisher | Robert Koch-Institut | |
| dc.subject.ddc | 610 Medizin und Gesundheit | none |
| dc.title | Untersuchung des Risikos, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken, seit Einführung der HPV-Impfung | none |
| dc.type | StudyThesis | |
| dc.identifier.urn | urn:nbn:de:0257-176904/13773-6 | |
| dc.identifier.doi | 10.25646/14257 | |
| local.edoc.type-name | Studienarbeit |
