Zeitliche Trends bei Risikofaktoren und Komorbiditäten bei Personen mit einem erstmaligen, im Krankenhaus behandelten Herzinfarkt zwischen 1985 und 2023 – Ergebnisse aus dem Herzinfarktregister Augsburg
Schmitz, Timo
Kirchberger, Inge
Raake, Philip
Linseisen, Jakob
Meisinger, Christa
Hintergrund: Seit 40 Jahren erfasst das Augsburger Herzinfarktregister alle Fälle
von stationär behandelten akuten Herzinfarkten (AHI) sowie prähospitalen Todes-
fällen aufgrund einer koronaren Herzkrankheit (KHK). Adipositas, Bluthochdruck,
erhöhte Blutfette, Diabetes mellitus und Rauchen sind wichtige Risikofaktoren für
KHK und AHI.
Methode: Es wurden die Häufigkeiten sowie zeitlichen Trends der oben genannten
Begleiterkrankungen und Risikofaktoren bei stationär behandelten Personen mit
einem erstmaligen AHI analysiert.
Ergebnisse: Die Prävalenz von Adipositas (BMI > 30 kg/m²) bei AHI-Patientinnen
und -Patienten stieg zwischen 1985 und 2023 stetig an. Bei Bluthochdruck und er-
höhten Blutfetten war von 1985 bis in die frühen 2000er Jahre ein Anstieg zu ver-
zeichnen, gefolgt von einem anschließenden Rückgang bis 2023. Ebenso nahm die
Prävalenz von Diabetes bei männlichen AHI-Patienten nach einem Anstieg in den
ersten beiden Jahrzehnten in den letzten Jahren leicht ab. Bei Frauen blieb der An-
teil der Patientinnen mit bekanntem Diabetes in den ersten beiden Jahrzehnten
unverändert, ging jedoch seit der Jahrtausendwende ebenfalls zurück. Während
sich die Zahl der AHI-Patienten, die aktuelle oder ehemalige Raucher waren, im
Zeitverlauf kaum veränderte, zeigte sich bei den Patientinnen in beiden Gruppen
ein deutlicher Anstieg.
Schlussfolgerungen: Die Prävalenz wichtiger Begleiterkrankungen und Risiko-
faktoren bei stationär behandelten AHI-Patientinnen und -Patienten hat sich in
den letzten vier Jahrzehnten verändert. Insbesondere der stetige Anstieg von Adi-
positas sowie des Rauchens bei AHI-Patientinnen macht deutlich, dass Präventions-
maßnahmen verstärkt werden müssen, um die negativen Auswirkungen nicht nur
auf die koronare, sondern auch auf die kardiovaskuläre Gesundheit und den all-
gemeinen Gesundheitszustand zu verringern
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