Prävalenzen und Trends von subjektiv wahrgenommenen Hörbeeinträchtigungen bei Erwachsenen in Deutschland – Ergebnisse der GEDA-Studie
Krause, Laura
Kruschinsky, Dario
Kolobaric, Zvonimir
Prütz, Franziska
Hintergrund: Hören ist eine grundlegende Fähigkeit, um am alltäglichen Leben
teilzunehmen. Ein vermindertes Hörvermögen kann das körperliche, emotionale
und soziale Wohlbefinden deutlich einschränken und zu sozialer Isolation führen.
Untersucht werden Häufigkeit, assoziierte Merkmale und zeitlicher Verlauf von subjektiv
wahrgenommenen Hörbeeinträchtigungen bei Erwachsenen in Deutschland.
Methode: Datenbasis ist die bundesweite Studie Gesundheit in Deutschland
aktuell (GEDA). Basierend auf GEDA 2019/2020-EHIS werden subjektive Hörbeeinträchtigungen
nach soziodemografischen, gesundheits- und versorgungsbezogenen
Merkmalen berichtet. Zur Beschreibung von Trends werden die GEDAWellen
ab 2009 herangezogen.
Ergebnisse: 5,4 % der Erwachsenen gaben in GEDA 2019/2020-EHIS an, ein Hörgerät
zu tragen, 0,5 % waren hochgradig schwerhörig oder gehörlos. Fast ein Drittel
(32,5 %) gab Beeinträchtigungen beim Hören an, Männer häufiger als Frauen.
Mit dem Alter nahm die Prävalenz von Hörbeeinträchtigungen deutlich zu. Geringere
soziale Unterstützung, schlechtere selbsteingeschätzte allgemeine Gesundheit,
depressive Symptome und die Inanspruchnahme ambulanter ärztlicher Leistungen
gingen häufiger mit Hörbeeinträchtigungen einher. Zwischen 2009 und
2019 nahm der Anteil der Personen, die ein Hörgerät tragen, signifikant zu.
Schlussfolgerungen: Hörbeeinträchtigungen sind weit verbreitet. Nationale Studien
verweisen auf eine Unterversorgung mit Hörgeräten. Diese können Wohlbefinden
und Lebensqualität verbessern und das Risiko für Demenz und Depressionen verringern.

