Krebsregistrierung und ICD-11
Universitätsklinikum Essen, Institut für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (IMIBE)
Für die Verwendung von Forschungsdaten im Allgemeinen sowie für die Krebsregistrierung im Besonderen stellt die Einführung der 11. Revision der Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme (ICD-11) eine große Herausforderung dar. Während die Krebsarten derzeit über eine Kombination von Kodiersystemen klassiert werden, verspricht die ICD-11 eine Komplettlösung. Zudem ist vor allem das Kapitel zu Neubildungen durch erhebliche Veränderungen in der Struktur geprägt. Eine wissenschaftlich-methodische Bearbeitung wichtiger Fragestellungen zur Umstellung der Kodierung von Krebsarten von ICD-10 WHO und ICD-O auf die ICD-11 ist daher zur Vorbereitung auf einen Einsatz bei der Krebsregistrierung sowie zur Vorbereitung auf einen breitflächigen Einsatz bei der Kodierung bösartiger Tumore entscheidend. In diesem Projekt soll für die im Zentrum für Krebsregisterdaten (ZfKD) auftretenden Kombinationen der Kodiersysteme eine Übertragung in die ICD-11 vorgenommen und bewertet werden. Über die Häufigkeit, mit der die Kombinationen in der Krebsregistrierung auftreten, lässt sich das Ausmaß von ggf. identifizierten Verwerfungen abschätzen. Im Nebenschluss der Bearbeitung bilden sich eine Überleitungstabelle sowie ein Regelwerk, welche für Längsschnittanalysen und Mappingprojekte genutzt werden können. Damit wird ein wichtiger Beitrag zu Metadaten als Teil der Forschungsinfrastruktur geleistet. Auch wenn Morbidität und Mortalität ein auf Krebserkrankungen und die Krebsregistrierung beschränktes Vorhaben rechtfertigen, sind aus dem Projekt Erkenntnisse zu wissenschaftlich-methodischen Fragestellungen in anderen Erkrankungsfeldern und Anwendungsbereichen zu erwarten.
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