Sozialräumliche Unterschiede von Übergewicht und Adipositas im Vorschulalter: Ein Überblick mit Daten der Schuleingangsuntersuchung
Kühnelt, Charlotte
Starker, Anne
Augel, Noreen
Dilger, Christin
Morlock, Gabriele
Mühlenbruch, Kristin
Oberwöhrmann, Sylke
Rech, Jörg
Schüle, Steffen
Spröwitz, Almuth
Schienkiwitz, Anja
Hintergrund: Aus Schuleingangsuntersuchungen (SEU) der Länder liegen Mess-
daten zu Körpergröße und -gewicht von Kindern im Vorschulalter vor. Die Über-
gewichts- und Adipositasprävalenzen stehen für die Gesundheitsberichterstattung
(GBE) zur Verfügung und können auf aggregierter Ebene mit weiteren Faktoren
verknüpft werden. Der Beitrag beschreibt Übergewichts -und Adipositasprävalenzen
bei Vorschulkindern anhand aggregierter SEU-Daten, differenziert nach zwei sozial-
räumlichen Indikatoren.
Methode: Im Projekt AdiRaum 2.0 wurden aggregierte SEU-Daten der Einschu-
lungsjahre 2006 – 2024 zu Übergewicht und Adipositas aus 13 Ländern (sofern ver-
fügbar) zusammengeführt. Exemplarisch wurden die Übergewichts- und Adipositas-
prävalenzen für das Einschulungsjahr 2019 mit Indikatoren der Siedlungsstruktur
und der sozioökonomischen Deprivation verknüpft.
Ergebnisse: Es wurden Daten von 4.269.299 Kindern im Alter von 4 bis 7 Jahren
zusammengefügt. Die Prävalenz von Übergewicht (inkl. Adipositas) lag im Zeit-
raum 2006 – 2024 zwischen 8,6 % und 13,4 % und die Adipositasprävalenz zwischen
3,7 % und 5,9 %. Im Jahr 2019 waren Kinder aus Kreisen mit hoher sozioöko-
nomischer Deprivation häufiger von Adipositas betroffen als Kinder anderer Kreise.
Schlussfolgerungen: Die Analysen bestätigen, dass hohe sozioökonomische
Deprivation bereits im Kindesalter ein zentraler Risikofaktor für Übergewicht und
Adipositas ist. Zur Darstellung sind aggregierte SEU-Daten von Kindern im Vor-
schulalter geeignet. Prävention sollte gesundheitliche Ungleichheit im Kindesalter
auf Verhältnisebene in den Blick nehmen und reduzieren.
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